Leuchtturmprojekt
KOMPOTEC Nieheim
Transformation vom Kompost- zum Energiewerk
Nieheim ist ein wegweisendes Projekt unserer Unternehmensgruppe, welches Kommunen und Entsorgungsdienstleister weltweit für die Wirtschaftlichkeit der Bioabfallverwertung sensibilisieren soll.
Die Transformation in Nieheim zeigt beispielhaft, wie Entsorgungsdienstleister zu nachhaltigen Energieversorgern werden können. – Dr.-Ing. Rolf Liebeneiner (Geschäftsleiter BEKON)
Signalwirkung
In der Verwertung von Bioabfällen steckt ein unglaubliches ökonomisches und ökologisches Potenzial. Die in Nieheim angewandte innovative Kombination aus modernen Technologien demonstriert beispielhaft, was mit den vorhandenen Möglichkeiten bereits heute schon erreicht werden kann. Nieheim ist daher unser Leuchtturmprojekt.
Hohe Wirtschaftlichkeit bei maximaler Nachhaltigkeit
Unser in Nieheim erstmals angewandtes Konzept zielt auf eine Maximierung der Ressource Bioabfall bei gleichzeitiger Minimierung der auftretenden Emissionen und optimierter Energieeffizienz. So stellen wir in einem Trockenfermentationsverfahren hochwertiges Biomethan her, das fossiles Erdgas zu 100% ersetzt. Zusätzlich werden 9.000 t CO2 aus dem Biogas für die Herstellung von biogenem Trockeneis gewonnen und damit fossiles CO2 vermieden. Die Gärreste werden anschließend als Kompost und Flüssigdünger wieder vollständig in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt. Durch die Integration großflächiger Photovoltaik sowie einer eigenen Windenergieanlage ist das Werk dabei nicht nur autark, sondern trägt auch zur Stromversorgung der Region bei. Konkret erzeugt das Werk:
- bis zu 680 m³ Biomethan pro Stunde
- 7,0 Mio. kWh erneuerbarer Strom pro Jahr nach Abzug des Eigenbedarfs
- 23.000 t Kompost pro Jahr
- 9.000 t Flüssigdünger pro Jahr
Insgesamt werden durch das Werk pro Jahr 18.000 t an CO2 Emissionen vermieden.
Visualisierung des fertigen Werkes
A. Kompostlager mit PV-Dach (Neubau) · B. Kompostaufbereitung (wird erweitert) · C. 13 Rottetunnel · D. Windkraftanlage (Neubau) · E. Trockeneiswerk (Neubau) · F. Biomassekessel (Neubau) · G. Biogasanlage (Neubau) · H. Gasaufbereitung (Neubau) · I. Flüssiggärrestlager (Neubau)
Pressemitteilungen
Innovative Kombination moderner Verfahren
Schon seit 2006 produziert das Werk in Nieheim Biogas. Der Ertrag wird durch das neue kontinuierliche Fermentationsverfahren von BEKON jedoch noch einmal wesentlich erhöht, während die eigene Stromerzeugung direkt vor Ort über großflächig aufgestellte PV-Anlagen und eine Windkraftanlage erfolgen wird. Die Eigennutzung der am Standort erzeugten elektrischen Energie wird über ein KI gestütztes Energiemanagementsystem maximiert und so der Strombezug minimiert. Das bei der Veredelung des Biogases zu Biomethan anfallende CO2 wird sowohl als biogenes Trockeneis für die Industrie verkauft als auch in Betonfertigteilen dauerhaft gebunden. Nicht vergärbare holzige Anteile des Bioabfalls werden in einem Biomassekraftwerk zur Erwärmung der Anlage genutzt. Der Gärrest wird zu hochwertigem Kompost sowie zu Flüssigdünger zur organischen Düngung und Bodenverbesserung in der Landwirtschaft aufbereitet.
Kontinuierliche Fermentation
Das kontinuierliche Fermentationsverfahren von BEKON bildet das Herz der neuen Anlage. Es erzielt noch höhere Biogaserträge und überzeugt durch einen hohen Grad an Automatisierung.
Nachhaltige Energie aus einem vollkommenen Naturkreislauf
Bei entsprechender Reinheit kann Biogut vollständig zu hochwertigem Kompost umgewandelt werden. Damit ist für Bioabfälle bereits heute ein Recycling in einem geschlossenen Kreislauf möglich. Aus diesem geschlossenen Kreislauf heraus kann mittels Fermentation aber auch noch Energie gewonnen werden und das ganz ohne Qualitätsverlust bei dem Kompost. Trotz dieses enormen ökonomischen und ökologischen Potenzials wird Biogut trotzdem in der Öffentlichkeit kaum als wertvolle Ressource oder gar als Energieträger wahrgenommen. Trotz angestrebter Energiewende und obwohl Biogasverfahren schon lange auf dem Markt sind, wurden nach dem BMUV selbst in Deutschland 2020 nur rund 33 % der getrennt gesammelten Bioabfälle zur nachhaltigen Energieerzeugung genutzt. Dies ist besonders bemerkenswert, da sich die Kompostierung hier bereits seit Jahrzehnten flächendeckend etabliert hat. Durch unser Leuchtturmprojekt Nieheim erhoffen wir uns daher auch eine bessere Wahrnehmung der Biogaserzeugung aus Abfall als wichtigem Baustein der Energiewende.
Synergien der Eggersmann Gruppe
Wir von der Eggersmann Gruppe haben in Nieheim nicht nur das Wissen sowie die Erfahrung all unserer Geschäftsbereiche in die Planung einfließen lassen, sondern wir errichten und betreiben das Energiewerk auch gemeinsam:
- KOMPOTEC: Betrieb des Standortes
- Eggersmann Anlagenbau: Planung und Montage der Anlage
- BEKON: Trockenfermentationsverfahren
- BRT HARTNER: Stationärmaschinen
- Fechtelkord & Eggersmann: Bauausführung der Gebäude
- BETONT: Lieferung der konstruktiven Betonteile und Einbindung des CO2 in Beton
- BioTerra: Vertrieb Kompost und Flüssigdünger
Immer auf dem neuesten Stand
Das Kompostwerk in Nieheim war schon vor den aktuellen Umbauarbeiten eines der mondersten Werke der Welt. Dies liegt daran, dass die Gesellschaften der Eggersmann Recycling Technology diesen Standort schon seit Gründung des Eggersmann Anlagenbau 2008 für Forschungszwecke verwenden. Neu entwickelte Verfahren und Technologien werden hier im eigenen Betrieb erprobt und wichtige Erfahrungen gesammelt. So wurde hier beispielsweise erstmals die innovative Kompostfeinaufbereitung implementiert und auch der neue ARCTOS BM 36 Vorzerkleinerer kam in Nieheim das erst mal zum Einsatz.
Rechts: Kompostfeinaufbereitung mit CO2MPOSTCLEANER wie sie in Nieheim zum Einsatz kommt (mehr).