Effizienzsteigerung von NIR Sortiersystemen
Die STEINERT UniSort GmbH und die Eggersmann Anlagenbau GmbH haben ihre Technologien enger verzahnt, um die Leistung von Recyclinganlagen nachhaltig zu steigern. Kernstück der Kooperation ist das in der Eggersmann ESA app integrierte Performance Monitoring, welches Sensordaten von STEINERT UniSort NIR Sortiersystemen in Echtzeit analysiert und daraus praxisrelevante Handlungsempfehlungen ableitet.
KI-Auswertung von Live-Daten gegen stille Verluste
„Das Prinzip der Nahinfrarotsichtung ermöglicht eine äußerst präzise Trennschärfe gerade in der schwierigen Unterscheidung verschiedener Kunststoffarten bei gleichzeitig hohen Durchsätzen,“ erklärt Andreas Jäger als Managing Director bei STEINERT UniSort. „Allerdings nur, solange die Sensoren einwandfrei arbeiten können.“ Verschmutzungen sind jedoch materialbedingt gerade in Recyclinganlagen eine ständige Bedrohung: Ein Leistungsabfall von 70 % durch Anhaftungen an den Sensoren, Düsenleisten oder Leuchtmitteln ist herstellerübergreifend ein nur allzu bekanntes Szenario bei NIR Sortiersystemen. Während diese Verschmutzungen sehr schnell auftreten können, dauert ihre Entdeckung bei manueller Überwachung dafür umso länger. Oft werden sie sogar erst nach dem nächsten Schichtwechsel erkannt. Die Anlage läuft in dieser Zeit weiter und erzeugt weniger Produkte oder Chargen von minderwertiger Reinheit.
Das Performance Monitoring in Kombination mit der integrierten Anomalieerkennung der ESA app von Eggersmann ermöglicht unter anderem eine Reduzierung genau solcher stillen Verluste. „Unser Performance Monitoring wertet alle von den Sensoren der Maschine übermittelten Daten direkt in Echtzeit aus und bereitet sie visuell anschaulich auf. Die Materialströme werden dabei aus mehreren NIR-Datenquellen und Förderbandgeschwindigkeiten zurückgerechnet, um KPIs [Key-Performance-Indicators, Anm. d. Red.] wie die Sortierleistung einzelner Aggregate kontinuierlich zu ermitteln,“ erklärt Dr.-Ing. Sebastian Felder als Head of Digital Solutions bei Eggersmann. „Mit Hilfe des KI-basierten Anomalieerkennungssystems werden Leistungsabweichungen außerdem frühzeitig automatisch erkannt und gemeldet. Die ESA app kann so nachweislich die fehlerhafte Ausbringung bei NIR-Sortierern um bis zu acht Stunden pro Maschine und pro Monat reduzieren.“ Die höhere Ausbringung der erzeugten Fraktionen geht dabei mit einer direkten Wertsteigerung einher.
Außerdem werden mit Hilfe der integrierten Anomalieerkennung sowohl Material- als auch Materialteilblockaden frühzeitig identifiziert. Dazu wird nicht nur die Partikelverteilung auf den Förderbändern überwacht, sondern auch die Durchsatzdaten unterschiedlicher NIR-Sensoren werden kontinuierlich abgeglichen. Eine zu geringe Linienauslastung kann dadurch ebenfalls sichtbar gemacht werden.

„Technischer Schulterschluss für effizienteres Recycling“
Das Performance Monitoring und die Anomalie Detektion sind nur zwei von mehreren Modulen der ESA app. So gibt es auch noch ein Wartungsmanagement, ein Logbuch sowie eine Dokumentenablage. „Unsere ESA app ist als umfassende Komplettlösung für das digitale Anlagenmanagement und die Prozessoptimierung ausgelegt, wobei sich die Anlagenbetreiber die Module je nach tatsächlichem Bedarf individuell zusammenstellen können,“ führt Dr. Felder aus. „Gerade für die Liveübertragung der Daten und ihre Auswertung in Echtzeit benötigen wir dabei entsprechend leistungsfähige Sensoren und Anschlüsse. Die stabilen und offenen Schnittstellen von STEINERT boten für uns bereits beste Voraussetzungen. Wirklich bemerkenswert war allerdings der gegenseitige Austausch. Der Einsatz von STEINERT UniSort hat maßgeblich dazu beigetragen, die Sensordaten optimal nutzbar zu machen. Aus einer gewöhnlichen Abstimmung wurde ein echter technischer Schulterschluss für effizienteres Recycling.“ Auch Jäger zeigt sich mit dem gemeinsamen Austausch höchst zufrieden: „Wir möchten, dass Anlagenbetreiber mit unseren Sortiersystemen operative Excellenz erreichen. Eggersmann teilt diesen Anspruch und die Zusammenarbeit war daher von Anfang an sehr konstruktiv. Durch die direkte Anbindung unserer Sensoren an die ESA app können unsere Kunden noch schneller auf Abweichungen reagieren und ihre Anlagenleistung absichern.“ Beide Unternehmen wollen auch in Zukunft an der Zusammenarbeit festhalten.

