Eine der weltgrößten RDF-Anlagen geht Ende des Jahres in Israel in Betrieb

Eggersmann Anlagenbau (EAB) errichtet eine neue RDF-Anlage in Tel Aviv. Die Montagearbeiten laufen seit Beginn dieses Jahres, der geplante Termin zur Inbetriebnahme wird wie geplant Ende 2015 stattfinden.

Im Südosten von Tel Aviv befindet sich der Mount Hiriya, ein ehemaliger Müllberg von 60 Metern Höhe. Von 1952 bis 1999 wurden hier rund 25 Millionen Tonnen Abfall aufgehäuft, bis man 2001 schließlich damit begann, die Deponie in einen mediterranen Landschaftspark zu transformieren. Darüber hinaus entstand am Fuß des Mount Hiriya – als Bestandteil des nach dem ehemaligen Ministerpräsidenten benannten Ariel Sharon Park – der heute größte Recycling Park im Mittleren Osten. Verschiedene Anlagen, beispielsweise zur Trennung von organischen und nicht-organischen Stoffen, zur Sortierung und Aufbereitung von Bauschutt oder Gewinnung von Biogas, sind dort integriert.

Im September 2012 wurde das ostwestfälische, international tätige Unternehmen Eggersmann Anlagenbau Kompoferm GmbH mit der Errichtung einer RDF-Anlage in dem Recycling Park beauftragt. Im Auftragsumfang waren sowohl Engineering und Ausführungsplanung, Beschaffung, Herstellung und Lieferung der gesamten Anlagentechnik sowie Montage und Inbetriebnahme enthalten. Der Auftrag konnte gemäß dem vorher festgelegten Zeitplan abgewickelt werden, sodass die Inbetriebnahme wie erwartet Ende 2015 erfolgen wird.

Auf 21.000 m² wurde die RDF-Anlage als integrierte Recyclinganlage mit einer Kapazität von rund 540.000 Tonnen pro Jahr (Nominalinput) und einer Laufzeit von mindestens 6.200 h/a errichtet. Das gesamte eingehende Material – bestehend aus festen Siedlungsabfällen (Municipal Solid Waste, MSW) sowie gewerblichen und industriellen Abfällen (C&I) – wird getrennt, recycelt und größtenteils zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen (Refuse Derived Fuel, RDF) genutzt. Die Rückgewinnungsrate liegt bei über 50%.

Der Prozess innerhalb der Anlage beginnt mit der mechanischen Aufbereitung. Eggersmann Anlagenbau stattete die Halle hierfür mit Stahlbau, Maschinen- und Fördertechnik (Gleitgurtförderer, Kettengurtförderer, Muldengurtförderer, Schwergutförderer), Siebtrommeln, Bogenbandsichtern und optischen Trennsystemen (NIR-Technik) aus, während die ebenfalls zur Unternehmensgruppe Eggersmann gehörende Firma BRT zwei Sacköffner lieferte.

Die gewerblichen und industriellen Abfälle werden im ersten Schritt einem Shredder zugeführt, der Hausmüll gelangt in den Sacköffner. Anschließend wird der Müll durch Siebung in drei Größenfraktionen klassiert – 0-60/90 mm, 60/90-300 mm, übergroße Fraktion. Mittels Einsatz von Magnetabscheidern und Nichteisenmetallabscheidern werden aus den gewonnenen Teilfraktionen, nach Ausschleusung von Schwer- und Reststoffen am Bogenbandsichter, Eisen und Nichteisenmetalle als Wertstoff gewonnen.

Um die hochkalorischen Stoffe für den RDF-Prozess abzutrennen bzw. Papier, PVC und PET auszuschleusen, kommt eine Kombination aus vollautomatischen optischen NIR- Trennsystemen zum Einsatz. Dem automatischen Trennprozess folgen Sortierkabinen, in denen eine händische Qualitätskontrolle der erzeugten Papierfraktion auf recycelbare Anteile wie PET oder Kartonagen erfolgt. Die ausgeschleusten Wertstoffe werden zu Papier- oder Kunststoffballen gepresst und zur Weiterverarbeitung bzw. Wiederverwertung in spezialisierte Recyclingcenter geliefert. Abschließend wird die RDF-Fraktion mit Hilfe mehrerer Nachzerkleinerer auf die vorgesehene Stückgröße reduziert und dem RDF- Lagerbereich zugeführt bzw. direkt in LKW´s verladen.

Durch die mechanische Aufbereitung können neben 160.000 Tonnen RDF jährlich etwa 20.000 Tonnen Papier und Pappe sowie separierte Wertstofffraktionen an Eisen, Nichteisenmetallen, Kunststoffen, PET, PVC und Bio- bzw. Organikabfall zur weiteren Verarbeitung gewonnen werden. Eine Restmenge mit weniger als 5% biologisch abbaubarem Material wird der Deponie zugeführt. Die gesamte Produktionsleistung an RDF wird an die Brennöfen eines Zementwerkes geliefert.

„Die RDF-Anlage in Tel Aviv zählt zu unseren großen Projekten der letzten Jahre. Die Umsetzung solcher Vorhaben erfordert ein Höchstmaß an Konzentration und Engagement – und das oft über mehrere Jahre hinweg. Umso größer ist – wie auch in diesem Fall – hinterher die Freude, wenn die Anlage reibungslos läuft, der Auftraggeber zufrieden ist und ein bedeutender Beitrag zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit geleistet wurde“, so Jens Thomas, Projektleiter Eggersmann Anlagenbau.

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Quelle: Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG
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